FAQs

Sind herkömmliche Medien nicht auch schlecht?

Vorab: ob man seine Infos online oder offline bezieht, ist egal. Entscheidend ist, dass sie sich an den deutschen Pressekodex halten und dass Redaktionen Wahrheit UND Relevanz der Infos checken. Auch bei diesen redaktionellen Medien kommt Qualität nicht von selbst. Manche Angebote sind besser als andere. Überall schleicht sich hier und da eine falsche Info ein. Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht. Aber in Social Media wird die Lüge und die Verachtung systematisch schneller verbreitet als die Wahrheit und der Respekt. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Mit den Algorithmen der ‚Social Media‘ ist sicher, dass Wahrheit und Relevanz sich auf Dauer nicht durchsetzen. Und jedem wird eine andere Wirklichkeit vorgegaukelt, die Wahrnehmung unserer Welt zersplittert.

Ist es unrealistisch, dass Menschen wieder mehr Infos von Journalisten beziehen?

Die Nutzung von Social Media auf Null zu fahren wäre unrealistisch. Es geht darum, endlich in die richtige Richtung zu arbeiten und die unbequeme Wahrheit auszusprechen – anstatt ein ‚positives Verhältnis zu Social Media‘ zum Ziel zu erklären.

Müssen wir in den ‚Social Media‘ dagegen halten und dürfen deshalb nicht so grundsätzlich kritisieren?

Solange viele Menschen ihre politischen Infos (fast) nur aus Social Media beziehen, ist es vermutlich sinnvoll, dass einige reichweitenstarke Akteure sachliche und demokratische Infos verfügbar machen. Das steht auch in keinem Gegensatz zu der Empfehlung, möglichst wenig politische Infos aus Social Media zu beziehen. Wichtig ist, hier keinen künstlichen Gegensatz zu konstruieren: die Klarheit der Analyse und die Deutlichkeit sie öffentlich auszusprechen dürfen nicht darunter leiden, dass demokratisch gesinnte Menschen posten möchten.

Aber ich habe es ein paarmal geschafft Reichweite zu erzielen, kann ich dann nicht doch innerhalb gewinnen?

Nein. Und schon gar nicht mit konstruktiven Botschaften. Man kann in jeder Blase gewisse Reichweite erzielen mit Botschaften, die den Mitgliedern der eigenen Blase den Eindruck vermitteln, die Welt sei empörend und die Demokratie kaputt. Der Algorithmus gibt auch vielen Autoren ab und zu Reichweite, um sie angefixt zu lassen. Aber kein Autor hat in der Hand, mit konstruktiven Inhalten Reichweite zu bekommen. Je mehr man sich auf Reichweite optimiert, desto mehr schürt man selbst Empörung.